GPS
Das GPS stellt derzeit die modernste Vermessungsmethode dar.
Sie beruht auf einer dreidimensionalen Positionsbestimmung nach dem Prinzip von
Streckenmessungen. Das heißt, drei bekannte Punkte ergeben sich durch die genau
bestimmbare Position dreier Satelliten. Die Distanz zwischen dem Satelliten und
dem zu erfassenden Objekt kann durch Messung der Laufzeit von Radiosignalen
abgeleitet werden. Anhand der Daten, die sich aus der Messung dreier Signale
ergeben, wie lange diese also jeweils brauchen, um hin- und zurückzulaufen,
können Position, Richtung und Geschwindigkeit eines Flugzeugs erfasst werden.
Um Fehlerquellen, wie beispielsweise Asynchronität von Empfänger- und Senderuhren auszugleichen, ist zur gleichzeitigen Messung der Distanzen ein vierter Satellit erforderlich. Das GPS-Konzept funktioniert also unter der Vorraussetzung, dass überall auf der Erde gleichzeitig Signale von vier oder mehr Satelliten zu empfangen sind.
Nachteile von GPS
Europa scheut sich vor einer völligen Abhängigkeit von dem amerikanischen System, das militärischen Anwendungen den Vorrang gibt. Es wird befürchtet, es könne im Falle eines Kriegseinsatzes dazu kommen, dass die Satellitennavigation in bestimmten Gebieten für die zivile Nutzung gesperrt würde. Das hätte fatale Folgen.Europäische Pläne: Galileo
Galileo basiert ebenfalls auf dem Einsatz von Satelliten, also ähnlich wie GPS. 30 Satelliten würden benötigt, um lückenlose Funkverbindungen zu garantieren. Die Finanzierung ist allerdings ungeklärt. Eine staatliche Finanzierung würde den militärischen Einsatz vereinfachen, die privatwirtschaftliche Unterstützung durch die Industrie würde die öffentlichen Haushalte entlasten und Forschungsmöglichkeiten eröffnen. Es hat bis heute keine endgültige Klärung stattgefunden. So ist nicht abzusehen, ob der geplante Einsatz im Jahr 2008 stattfinden kann.
Der Einsatz von GPS
Das GPS setzt sich mittlerweile in vielen zivilen Bereichen durch, zumal die Genauigkeit nun doch erheblich verbessert wurde: in der Geodäsie (Landvermessung), im alltäglichen Straßenverkehr, im Kathastrophenschutz und nicht zuletzt beim Einsatz von Handys. Seit dem 19. April 2001 hat, trotz aller Bedenken, auch die Deutsche Luftfahrt auf das amerikanische Navigationsystem umgestellt, da die Überlastung des europäischen Luftraums nicht mehr mit konventionellen Methoden zu bewältigen war. Seit Jahren verfügen zudem bereits fast alle Verkehrsmaschinen über ein Flugmanagementsystem, den so genannten Bordcomputer. Diese Software erlaubt es, die Streckenführung nicht nur über Funkfeuerkennungen, sondern auch anhand von Koordinaten geografischer Wegpunkte vom Start bis zum Zielflughafen einzugeben und mittels Autopilot präzise zu fliegen. Es drängt sich nahezu auf, mit Hilfe der vorhandenen Bordcomputer das für die zivile Nutzung erheblich verbesserte amerikanische System zu nützen, zumindest solange, bis Europa ein eigenes System in Betrieb genommen hat.